Der Hobbyfotograf nimmt dem Berufsfotograf den Job weg!

Hallo zusammen

Immer wieder höre ich, dass die Hobbyfotografen den Berufsfotografen die Jobs wegnehmen. 

Aber warum ist das so? Und wie kann man das vermeiden? 

Genau darum geht es im heutigen Blogeintrag. 

Ich bin schon sehr gespannt auf euer Feedback. 

Eine Sache würde ich mir dabei wünschen: Argumentiert anständig!!!! 

Viel Spaß mit dem heutigen Blogeintrag!


TONY (BERUFSFOTOGRAF) VS. CHRIS (HOBBYFOTOGRAF)
Tony ist schon seit 15 Jahren Berufsfotograf und hat schon viele tolle Jobs durchgeführt. In den letzten Jahren läuft es allerdings nicht mehr so gut. Immer wieder muss er sich anhören, dass ein anderer "Fotograf" günstiger ist. 

Der andere Fotograf ist Chris. Chris hat sich vor ca. einem Jahr eine Kamera gekauft und fotografiert so ziemlich alles was ihm vor die Linse kommt. Seit einem halben Jahr zieht es sich auch regelmäßig Tutorials rein und fotografiert das ein oder andere Hobbymodel. 

Tony hat sich auf die Hochzeitsfotografie spezialisiert. Vor ein paar Tagen hat ihn ein Paar kontaktiert und sich nach seinen Preisen erkundigt. Mit 2.000 Euro haben sie allerdings nicht gerechnet. Tony kann das nicht verstehen….Leistung hat eben seinen Preis!!!

Chris wurde vor einigen Tagen von einem Pärchen (Freunde seiner großen Schwester) kontaktiert und gefragt ob er nicht ihre Hochzeit fotografieren will. Chris hat mal bei einer Hochzeit etwas mitfotografiert, aber so komplett alleine? Wow, der erste Job!!! Chris verlangt 550 Euro und das Pärchen freut sich einen günstigen Fotografen gefunden zu haben, der auch noch schöne Bilder macht. 
 


„Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.“
(John Ruskin)



DIE HOCHZEIT
Chris hatte sich inzwischen schon mit dem Pärchen getroffen und genau vereinbart was für Bilder erstellt werden sollen. Wie so eine Hochzeitsreportage ablaufen soll, hat er in einem Tutorial auf Youtube gesehen.

Leider war das Licht in der Kirche nicht so wie im gezeigten Video. Das Wetter spielte auch nicht mit und komischerweise dauerte alles viel länger als geplant. Ein paar wichtige Momente hat Chris auch verpasst, weil ihn der Pfarrer ein paar mal komisch anschaute. Ständig haben auch Bekannte und Verwandte dazwischen fotografiert. Sein erstes mal hat er sich anders vorgestellt. 

DIE FINALEN BILDER
Chris kennt sich relativ gut mit Photoshop aus und nach ca. 6 Stunden Retusche, hatte er die Bilder noch einigermassen gut aufgewertet und auch die etwas schlechteren Bilder gerettet. Hey, das war sein erstes mal und dafür war er ganz zufrieden. Fürs schlechte Wetter und das geringe Licht in der Kirche kann er doch auch nichts für. 


"Es wird immer einen geben, der es billiger macht".


billiger

WAS HAT CHRIS FALSCH GEMACHT?
Es handelt sich hierbei natürlich nur im ein fiktives Beispiel, aber ich denke solche Fälle erlebt der Berufsfotograf leider immer wieder. Und es spielt hier wirklich keine Rolle ob man Hochzeiten fotografiert oder journalistisch tätig ist. Die Hobbyfotografen, welche das Geld nicht unbedingt brauchen, nehmen den Berufsfotografen die Jobs weg. 

Ich glaube nicht, dass Chris (Hobbyfotograf) etwas falsch gemacht hat. Hätte er ablehnen sollen? Warum? Er braucht diese Erfahrung und wird beim nächsten mal sicher vieles besser machen. Nach zwei bis drei Hochzeiten verlangt er 800 Euro und nach zwei weiteren Jahren, bekommt er von einem Tony die Jobs weggenommen. 
 


"Wenn der Hobbyfotograf, dem Berufsfotografen den Job wegnehmen kann, hat der Berufsfotograf etwas falsch gemacht". (Calvin Hollywood)


WAS HAT TONY FALSCH GEMACHT?
Nach meinem etwas provokativeren Zitat, bin ich euch nun sicher eine Erklärung schuldig. Was hat Tony hier falsch gemacht? Er hat doch nur das verlangt, was er auch wert ist. 

Wenn Tony das nur ein bis zwei mal passiert, hat er sicherlich nichts falsch gemacht. Es gibt aber Fotografen, denen passiert das ständig. Und dann wird sich ein Chris gesucht, der die Schuld trägt. Das ist in etwas so wie wenn man bei zu dunklen Bildern, die Schuld auf eine schlecht beleuchtete Kirche schiebt (das hat Chris getan). 


"Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe" (Willy Meurer)


Guilty

MEINE TIPPS AN ALLE BERUFSFOTOGRAFEN
Ich möchte euch nun ein paar Tipps geben. Diese Tipps sollen helfen das Risiko, dass euch ein Hobbyfotograf den Job wegnimmt, einzuschränken. 

  1. Argumentiert in "Nutzen". Das Pärchen wollte keine Bilder, sondern Erinnerungen. Beschreibt wie wichtig diese Erinnerungen sind. Es wäre sehr schade, wenn man aufgrund mangelnder Erfahrung, diese Erinnerung und Momente verpasst. 
  2. Erwähnt, dass der Kunde von eurer jahrenlangen Erfahrung profitieren kann. Der Mensch liebt Sicherheit und diese könnt ihr garantieren, da ihr schon viele Situationen gemeistert habt. Ein Hobbyfotograf hat diese Erfahrung nicht. 
  3. Erwähnt NICHT, dass eurer Preis so hoch ist weil ihr eure Kamera und Versicherungen bezahlen müsst. Es geht um den Bedarf des Kunden und der reagiert eher auf Argumente, welche ihm etwas bringen. 
  4. Arbeitet an eurer Marke. Jemand der Nike möchte kauft sich keinen "No Name Schuh", obwohl dieser evtl. genau so gut ist. Positioniert euch sowohl online als auch offline als Experte. 
  5. Haltet nicht an einer Zielgruppe fest, die Qualität und Erfahrung nicht schätzt. Wechselt die Zielgruppe!! Wartet damit nicht zu lange!


MEINE TIPPS AND ALLE HOBBYFOTOGRAFEN
Nun kommen ein paar Tipps an Hobbyfotografen, welche die Chance auf den ein oder anderen Job natürlich wahrnehmen möchten. 

  1. Nehmt Jobs wirklich nur dann an, wenn ihr der Aufgabe gewachsen seid. Die meisten Jobs sind keine Experimente, dafür gibt es freie Shootings. 
  2. Empfehlt einen Berufsfotografen und fragt ihn ob ihr ihn dabei unterstützen könnt. Da lernt ihr viel mehr, wie wenn ihr euch alleine durch einen Auftrag kämpft. 
  3. Einmal billig – immer billig. Nicht ganz, aber es ist unheimlich schwer plötzlich viel mehr Geld zu verlangen. Steigt erst dann ein wenn ihr der Aufgabe gewachsen seid und dann verlangt auch gleich mehr. 
  4. Es ist ok am Anfang auf etwas für die Referenz zu machen. Macht das aber nicht ständig, das erschwert euch den Einstieg in die Auftragsarbeit. 
  5. Tolles Fotos machen reicht nicht aus. Kommunikation mit dem Kunden, Planung der Jobs, Plan B bei ungeplanten Situationen usw. Könnt ihr das wirklich alles handhaben? Falls nicht, Tipp Nr. 2

FAZIT
Ich möchte euch nun um etwas bitten. Bitte legt nicht jedes Wort hier auf die Goldwaage. Ich lege hier keine Fakten fest, sondern poste meine Meinung und Erfahrung. Wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt, könnt ihr diese gerne posten. Evtl. habt ihr ja noch den ein oder anderen Tipp. Ich weiß auch, dass es immer Ausnahmen gibt, auf die meine Punkte weniger zutreffen. 

Ich freu mich auf eine anständige Diskussion, zu einem nicht immer einfachen Thema. 

In diesem Sinne…

lg Calvin
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