„Nicht-destruktives Arbeiten“

Durch einige Gespräche mit meinem Fotopartner, über die Retusche mit Photoshop, habe ich mir gedacht ich mach mir mal die Mühe und erstelle einen Post über das "nicht-destruktive" Arbeiten mit Photoshop.

Sicherlich habt ihr den Begriff schon mal gehört oder nutze diese Art der Retusche schon selbst. Was ist damit überhaupt gemeint?

Wenn ihr ständig eure Ebenen zusammenfasst, dann könnt ihr nur sehr schwer vergangene Veränderungen wieder anpassen. In dem Moment wo ein reines Pixelbild ensteht (ohne Maske) setzt ihr alle Ebenen die darunter liegen außer Gefecht. Das wäre destruktiv.
Um die Veränderungen jederzeit anpassen zu können kann ich jedem nur empfehlen mit Masken, leeren Ebenen und Einstellungsebenen zu arbeiten. Diese Art der Retusche ist zum größten Teil "nicht-destruktiv".

Aus eigener Erfahrung weiß ich selbst, daß es für viele manchmal schwer scheint die Ebenen nicht gleich herunter zu reduzieren bzw. zusammen zu fassen. Aber ein "nicht-destruktives" Arbeiten bietet euch sehr sehr viele Vorteile. Ihr könnt jederzeit die Veränderungen anpassen. Auch noch Wochen oder Monate nachdem das Bild fertiggestellt ist.
Gerade bei Fotomontagen ist es meiner Meinung nach ein absolutes MUSS "nicht destruktiv" zu arbeiten.
Wer beim Vortrag von High End Retuscheur Marius Schwiegk (Jung von Matt) dabei war hat die Wichtigkeit dieser Arbeitsweise ja selbst gehört.
Aus diesem Grund ist es für mich auch nicht nachvollziehbar wie einige "selbst ernannte Photoshop Götter" dermaßen planlos und destruktiv auf ihren Bildern herumarbeiten und diese Arbeitsweise dann auch noch für Geld verkaufen. Hiermit meine ich nicht die Künstler unter den Photoshop-Kollegen sondern eher die Trainer welche Workshops geben usw.

Nun will ich euch mal die, meiner Meinung nach, wichtigsten Punkte erklären:

Hier erst mal eine meiner PSD Dateien im Aufbau

Smart Objekte
Wenn ihr im Besitz von Photoshop CS3 oder neueren Versionen seid solltet ihr euch angewöhnen mit Smart-Objekten zu arbeiten.
Ihr könnt eine Ebene in ein Smart Objekt umwandeln indem ihr den Befehlt "Filter-für Smartfilter konvertieren" nutzt. Dann könnt ihr diese Ebene verlustfrei transformieren und die meisten Filter anwenden und später auch noch in den Einstellungen anpassen. Ausprobieren!

Schnittmasken
Gerade bei Montagen kommt es oft vor daß man nur eine Ebene verändern möchte, aber nicht daß was darunter an Ebenen liegt. Wenn ihr, wie in meinem Beispiel, nur den Boden verändern wollt dann nutzt dafür eine Schnittmaske und die Einstellungsebenen darüber wirken sich "nur" auf das direkt darunterliegende Pixelbild aus(und nicht auf alle Pixelbilder darunter).

Einstellungsebenen
Schaut nach welche Einstellungsebenen euch eure aktuelle Version von Photoshop bietet und nutzt diese. Warum? Weil ihr die Veränderungen einer Einstellungsebene jederzeit rückgängig machen könnt. Zudem wird noch eine Maske angelegt wo ihr exakt bestimmen könnt wo diese Einstellungsebene zu sehen sein soll. Euer eigentliches Pixelbild bleibt davon unberührt und ihr habt keinen Qualitätsverlust.

Gruppen
Damit ihr den Überblick behaltet empfehle ich euch Gruppen anzulegen. Diese Gruppen sind nichts anderes als Ordner wo ihr eure Ebenen ablegen könnt. Makiert mit gedrückter Shift-Taste eure Ebenen, welche ihr in eine Gruppe stecken wollt und wählt dann den Befehl "Ebene-Neu-Gruppe aus Ebenen".
Versucht die Gruppen und die Ebenen auch zu benennen (doppelklick auf die Bezeichnung der Ebene)
 

Masken
Wohl eine der wichtigsten Funktionen in Photoshop. Ihr könnt mit einer Maske bestimmen welche Bereiche ihr von einer aktuellen Ebene ausblenden wollt und welche sichtbar bleiben sollen. Dabei habe ich mir früher immer nur eins gemerkt (und das auch als Post it auf mein Bildschrim geklebt): Schwarz blendet aus und weiß erhält.
Masken könnt ihr euch über das Menü "Ebene-Ebenemaske" anlegen. Alles ausblenden bedeutet schwarze Maske und Alles einblenden eine weiße Maske —easy!
Wie ihr an meinem Beispiel seht nutze ich sogar fürs Freistellen eine Maske (so kann ich die Kanten jederzeit noch bearbeiten indem ich nur die Maske verändere).

Leere Ebenen
Ich nutze sehr oft leere Ebenen wo ich mir diverse Veränderungen einmale. In meinem Beispiel oben für den Regen. Dabei habe ich unterschiedliche Regengrößen und Regenschärfen auf jeweils leere Ebenen gemalt um die Regentropfen jederzeit anpassen zu können. Hab ich alles auf einer Pixelebene kann ich den Regen nicht verändert (Größe, Schärfe usw.)

Zusammenfassen
Wenn es wirklich nicht mehr weitergeht und ihr mit Filtern herumexperimentieren wollt, dann empfehle ich euch das zusammenfassen der Ebenen. Man kann zwar alle Ebenen in ein Smart Objekt umwandeln und darauf dann die Filter anwenden aber das ist an der Stelle wohl zu kompliziert zu erklären.
Mit dem Tastenkürzel "Shift-Strg-Alt+E" (auf PC) "Shift-Cmd-Alt+E" (auf Mac) könnt ihr eure aktuellen Ebene zusammenfassen und als neue Ebene wieder einfügen. Ein Tastenkürzel das sich lohnt*g*
Dieser Schritt sollte aber erst so ziemlich am Ende kommen.

Ich hoffe ich konnte einige dazu motivieren sich mehr mit dem "nicht-destruktiven" Arbeiten zu beschäftigen. Es muss jeder für sich selbst entscheiden ob es für einen selbst Sinn macht oder ob er weiterhin "destruktiv" arbeiten möchte….meine Meinung dazu kennt ihr nun:-)

Ich war ne Weile an diesem Post gesessen und aus diesem Grund würde ich mich um so mehr darüber freuen wenn ihr den Post hier und da mal verlinkt oder mir euer Feedback schreibt.

In diesem Sinne….

lg Calvin
www.calvinhollywood.de

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